Leserwiderspruch zum FAZ-Artikel „Basescu darf vorerst nicht in sein Amt zurückkehren“ vom 3. August 2012, von Karl-Peter Schwarz

 

„Die Wahrheit hat weder Waffen nötig, um sich zu verteidigen, noch Gewalttätigkeit, um die Menschen zu zwingen, an sie zu glauben. Sie hat nur zu erscheinen, und sobald ihr Licht die Wolken, die sie verbergen, verscheucht hat, ist ihr Sieg gesichert.“, Friedrich der Große

Leserwiderspruch zum FAZ-Artikel „Basescu darf vorerst nicht in sein Amt zurückkehren“ vom 3. August 2012, von Karl-Peter Schwarz.

Der Artikel enthält, wie immer beim FAZ-Südosteuropakorrespondenten, eine Reihe von sachlichen Fehlern und Falschinformationen.

Karl-Peter Schwarz behauptet, „dass die Entscheidung des rumänischen Verfassungsgerichts“ am 12. September stattfindet. Diese Behauptung ist inhaltlich falsch. Das Verfassungsgericht wird am 31. August 2012 seine Entscheidung verkünden.

Quelle: PeSurse.ro

http://pesurse.ro/#/2012/08/03/ccr–se-va-pronuna-pe-31-august-pe-referendum-bses/

Karl Peter Schwarz behauptet, „dass es bei der Sitzung des Gerichts zu einem Eklat gekommen sein sollte“. Diese Behauptung ist inhaltlich falsch. Das Verfassungsgericht traf sich zunächst am Mittwochnachmittag und beschloss einstimmig, die Sitzung am Donnerstag erneut anzusetzen.

Karl Peter Schwarz behauptet, „dass die große Mehrheit für die Absetzung Basescus votierte“. Diese Behauptung ist zwar inhaltlich richtig aber unvollständig. Am 29. Juli votierten 87.52% bzw. 7.403.836 Millionen Wahlberechtigte von insgesamt 16 Millionen registrierte Wähler, für die Absetzung des Staatspräsidenten.

Karl Peter Schwarz behauptet, dass „das vom Parlament beschlossene Amtsenthebungsverfahren der Verfassung widerspreche. Diese Behauptung ist inhaltlich falsch. Die Absetzung des Staatspräsidenten ist in der Verfassung im Art. 95 vorgesehen.

Nachfolgend das Amtsenthebungsverfahren:

ARTICOLUL 95 – Suspendarea din functie
(1) In cazul savarsirii unor fapte grave prin care incalca prevederile Constitutiei, Presedintele Romaniei poate fi suspendat din functie de Camera Deputatilor si de Senat, in sedinta comuna, cu votul majoritatii deputatilor si senatorilor, dupa consultarea Curtii Constitutionale. Presedintele poate da Parlamentului explicatii cu privire la faptele ce i se imputa.
(2) Propunerea de suspendare din functie poate fi initiata de cel putin o treime din numarul deputatilor si senatorilor si se aduce, neintarziat, la cunostinta Presedintelui.
(3) Daca propunerea de suspendare din functie este aprobata, in cel mult 30 de zile se organizeaza un referendum pentru demiterea Presedintelui.

Das Amtsenthebungsverfahren ist verfassungskonform. Das rumänische Verfassungsgericht hat dies in seiner Entscheidung Nr. 731 vom 10 Juli 2012 bestätigt. Es gibt im FAZ-Leserdienst Mitarbeiter, welche sowohl rumänisch als auch deutsch sprechen, lesen und verstehen. Diese werden höfflich darum gebeten, bei Gelegenheit Karl-Peter Schwarz die Entscheidung 731 vom 10. Juli 2012 vorzulesen oder in der Form und Gestalt vorzulegen, so dass Karl-Peter Schwarz in Wort und Schrift diese verfassungsrechtlichen Inhalte einwandfrei verstehen kann. Wir bedanken uns ganz herzlich im Voraus.

Die Entscheidung kann unter dieser Quelle abgerufen werden:

http://www.ccr.ro/decisions/pdf/ro/2012/D0731_12.pdf

In einer anderen Entscheidung hat das rumänische Verfassungsgericht am 9. Juli 2012 die Verfassungsbeschwerde der Demokratisch-Liberalen Partei PDL betreffend die parlamentarische Abwahl des Senatspräsidenten Blaga und der Vorsteherin der Abgeordentenkammer Anastase abgewiesen.

Folglich ist die Abwahl Blagas und Anastase vom 3. Juli 2012 verfassungskonform.

Die Presseerklärung vom 9 Juli 2012 kann unter dieser Quelle abgerufen werden:

http://www.ccr.ro/default.aspx?page=press/2012/9iulie

In der gleichen Sache sollte man auch die Presseerklärung vom 10. Juli 2012 lesen:

Quelle: http://www.ccr.ro/default.aspx?page=press/2012/10iulie

Bei dieser Gelegenheit möchten wir Karl-Peter Schwarz daran erinnern, dass seine Behauptung, am 3. Juli 2012 in Rumänien einen „Putsch stattgefunden habe“, inhaltlich falsch ist. Die Entscheidungen über die Verfassungsmäßigkeit der Absetzung des Senatspräsidenten Blaga und der Vorsteherin der Abgeordnetenkammer Anastase können unter dieser Quelle abgerufen werden.

Quelle: http://www.ccr.ro/default.aspx?page=press/2012/12iulie

Im gleichen Zusammenhang möchten wir auch Karl-Peter Schwarz daran erinnern, dass am Morgen des 3. Juli, also vier Zeitstunden vor der Sondersitzung des Senats und sechs Zeitstunden vor der Sondersitzung der Abgeordnetenkammer, die Vorstände des Senats und der Abgeordnetenkammer mit großer Mehrheit für die Abhaltung einer parlamentarischen Sitzungswoche abgestimmt haben. An der besagten Sitzung waren alle Mitglieder der Vorstände anwesend, es gab keine Enthaltungen und es gab lediglich drei Gegenstimmen.

Folglich haben drei Mitglieder der PDL, also der Basescu-Partei, für die Abhaltung der parlamentarischen Sitzungswoche abgestimmt. Des Weiteren haben für die Abhaltung der parlamentarischen Sitzungswoche sowohl Senatspräsident Blaga, als auch Anastase zugestimmt. Folglich haben Blaga und Anastase der Sitzung zugestimmt, welche als einzigen Tagesordnungspunkt die Abwahl des Senatspräsidenten und der Vorsteherin der Abgeordentenkammer hatten.

Ein Beispiel aus dem Leben: wenn ein Drittel der Aktionäre einer Aktiengesellschaft sich für eine Sondersitzung der Aktionärsversammlung einsetzt und diese auch vom Vorstand der AG einberufen wird und im Rahmen der Aktionärsversammlung der Vorsitzender der Aktiengesellschaft abgewählt wird und an seiner Stelle die Versammlung einen neuen Vorsitzenden wählt, dann ist dieser Vorgang rechtlich einwandfrei.

Das Protokoll der Sitzung kann hier abgerufen werden:

http://www.cdep.ro/bp/sedinte.steno?ids=619&idp=13457

Die wichtigsten Passagenaus dem Protokoll vom 3. Juli 2012:

  • Senatul nu poate lucra decât în cvorum, inclusiv în Biroul permanent, deci…
  • Domnule preşedinte, dar suntem în cvorum.
  • Suntem în cvorum toţi.
  • Deci, în temeiul prevederilor art. 66 alin. (2) din Constituţia României şi al art. 89 din Regulamentul şedinţelor comune ale Camerei Deputaţilor şi Senatului, Grupurile parlamentare ale PSD şi PNL solicită organizarea unei şedinţe comune a Birourilor permanente ale celor două Camere ale Parlamentului, astăzi, la 9.30 pentru convocarea în sesiune extraordinară a unei şedinţe a Parlamentului, în data de 3 iulie 2012, adică astăzi, iar pe ordinea de zi propun cererea Grupurilor parlamentare ale PSD şi PNL din Camera Deputaţilor şi Senat de revocare a domnului Gheorghe Iancu din funcţia de Avocat al Poporului, ca urmare a încălcării Constituţiei şi a legii.
  • Mandatul Avocatului Poporului este pe 4 ani. Scrie clar în ce condiţii poate fi revocat – dacă încalcă Constituţia, legile şi aşa mai departe.
  • Dar prima dată trebuie să aprobaţi sesiunea extraordinară.
  • Sunt intervenţii? Da, da, da, e în regulă.
  • Sunt intervenţii pe cele două…? Nu sunt.
  • Atunci, supun votului dumneavoastră convocarea sesiunii extraordinare pentru astăzi, 3 iulie 2012, ora 14.00.
  • Voturi pentru? 14 voturi pentru.
  • Voturi împotrivă? 3 voturi împotrivă.
  • A fost convocată sesiunea extraordinară pentru ora 14.00.
  • Supun votului dumneavoastră convocarea Comisiilor juridice – este ora 10.00 – pentru ora 11.00, ca să aibă timp să-şi facă datoria.
  • Vă rog.
  • Voturi pentru? 16 voturi pentru.
  • Voturi împotrivă? 3 voturi împotrivă.
  • Deci, la ora 11.00 se vor reuni Comisiile juridice. Rog să fie făcute procedurile.
  • Ne vedem în sesiunea extraordinară a Camerei Deputaţilor şi Senatului la ora 14.00.

Eine weitere Anmerkung. Karl-Peter Schwarz behauptete am 27.07.2012, „dass Rumänien sich in Zeiten Ceausescus zurückentwickelte“. Das Interview wurde vom rechtsintellektuellen Kreis „InLinieDreapta“ (Auf der Rechten Linie) im Internet ausgestrahlt. Der Zirkel „InLinieDreapta“ betrachtet sich als Neokonservativ. Der Zirkel versteht sich als Bastion „gegen alles Linke“, darunter versteht man sowohl die rumänische Sozialdemokratie als auch die rechtsbürgerliche Nationalliberale Partei.

Zwei Fragen an die FAZ:

1). Sind solche Interviews mit dem Status des Sudosteuropakorrespondenten vereinbar?
2). Wurde das Interview vom Herausgebergremium der FAZ autorisiert?

Das Video kann unter folgendem Link abgerufen werden: http://www.youtube.com/watch?v=aDLA63-UaLA

Fazit: Es gab in Rumänien zwischen 3. Juli und 3. August weder einen Staatsstreich, noch einen Putsch, noch wurde irgendeine Verfassungsinstitution in ihrer Funktion eingeschränkt.

Karl-Peter Schwarz möge unsere Intelligenz nicht mehr beleidigen und Halbwahrheiten, Falschinformationen und Lügen in die Welt streuen.

Die Glaubwürdigkeit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat massiv gelitten. Beim Referendum haben die Deutschrumänen massiv für die Absetzung Basescu abgestimmt.

Die Zahlen im Auslandwahlkreis sprechen für sich. Nachfolgend die Stimmen aus dem Referendum 2012 und der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen vom 6. Dezember 2009.

  • Österreich (2012): 1.115 Stimmen „JA“ – 468 Stimmen für „NEIN“
  • Österreich (2009): 542 Stimmen für Geoana – 1.631 Stimmen für Basescu
  • Belgien (2012): 2.123 Stimmen „JA“ – 520 Stimmen für „NEIN“
  • Belgien (2009): 949 Stimmen für Geoana – 3.312 Stimmen für Basescu
  • Kanada (2012): 1.723 Stimmen für „JA“ – 189 Stimmen für „NEIN“
  • Kanada (2009): 538 Stimmen für Geoana – 2.393 Stimmen für Basescu
  • Frankreich (2012): 3.358 Stimmen für „JA“ – 1.071 Stimmen für „NEIN“
  • Frankreich(2009): 1.324 Stimmen Geoana – 4.959 Stimmen für Basescu
  • Deutschland (2012): 3.349 Stimmen für „JA“ – 671 Stimmen für „NEIN“
  • Deutschland (2009): 1.115 Stimmen für Geoana – 2.779 Stimmen für Basescu
  • Italien (2012): 14.318 Stimmen für „JA“ – 3.287 Stimmen für „NEIN“
  • Italien (2009): 9.451 Stimmen für Geoana – 33.058 Stimmen für Basescu
  • Großbritannien (2012): 3.599 Stimmen für „JA“ – 729 Stimmen für „NEIN“
  • Großbritannien (2009): 1.258 Stimmen für Geoana – 4.701 Stimmen für Basescu.

Die Kampagne dieser Zeitung gegen Ponta, die Kampagne dieser Zeitung gegen Antonescu, die Kampagne dieser Zeitung gegen den rumänischen Souverän, die Kampagne dieser Zeitung gegen die Sozial Liberale Union war ein totaler Fehlschlag!

Die Auslandsrumänen werden auch zukünftig sämtliche EVP-Parteien (CDU, CSU, CDA, OVP) an der Wahlurne bestrafen.

In der Bundesrepublik werden die Deutsch-Rumänen, 680.000 Wahlberechtigte, bei der Bundestagswahl mit der Erststimme Crin Antonescu und mit den Zweitstimmen die FDP wählen. Für diese Wahlentscheidung wird es keine Rolle spielen, ob die FDP gut oder schlecht in den Umfragen stehen wird. Für diese Wahlentscheidung wird es keine Rolle spielen, wer im September 2013 Parteivorsitzender der FDP sein wird. Für die Wahl zugunsten der FDP wird wohl nur die Erkenntnis und die Gewissheit eine entscheidende Rolle spielen, dass mit dem Stimmzettel die antirumänische Kampagne dieser Zeitung bestraft wird und bestraft werden muss.

Und eine aus den Ruinen wiedergeborene Freie Demokratische Partei wird alles Mögliche unternehmen, der großkoalitionären Aritmethik einen Strich durch die Rechnung zu ziehen.

Die FDP wird nach der Bundestagswahl 2013 eine Art Fukushima-Partei im starren und konsenssüchtigen deutschen Parteiensystem sein. Und beide Stimmen für die FDP werden auch genügend Überhangsmandate generieren.

Danke FAZ für die hervorragende Pressearbeit während der letzten vier Wochen! Jung und Alt haben Dich gelesen, Deutsche und Rumänen haben Dich gelesen und 88% haben mit JA-Abgestimmt! Danke FAZ!

Danke Karl-Peter Schwarz für Deine tollen Interviews in Bukarest! Danke Karl-Peter Schwarz für Deine feinausgewählten Gesprächspartner in Bukarest! Danke Karl-Peter Schwarz für Deine gutrecherchierten Artikel, welche Pressegeschichte geschrieben haben und mit Sicherheit den Pulitzerpreis 2012 gewinnen werden! Danke Karl-Peter Schwarz!

Bei der Bundestagswahl 2013 beide Stimmen für die FDP! Erstimme für Präsident Antonescu und Zweistimme für die Freiheit! Mit der Erstimme Karl-Peter Schwarz abwählen und mit der Zweistimme den liberalen Kreuzzug für Wahrheit und Gerechtigkeit fortsetzen!

Surrealismus als Ersatzrealität – Leserbrief zum Artikel „Rumänische Verfassungsrichter setzen Sparpaket teils außer Kraft“ vom 27.06.2010 von Karl-Peter Schwarz

In seinen neuesten Artikeln „Rumänische Verfassungsrichter setzen Sparpaket teils außer Kraft“ verschiebt Karl-Peter Schwarz erneut die Realität ins Surrealistische. Ionesco grüsst aus dem Paradies.

Rumänien ist politisch eine defekte Demokratie und volkswirtschaftlich ein gescheiterter Staat. Binnen weniger Tage wird die rumänische Exekutive den Staatsbankrott erklären und die rumänische parlamentarische Opposition wird die Pleiteregierung mittels eines Misstrauensantrags stürzen.

Am 12. September 2010 dürften Neuwahlen stattfinden.
Die politische Stimmung signalisiert einen Wandel des politischen Systems.

Die letzte veröffentlichte Umfrage zeigt eine bipolare Parteienlandschaft auf.

Die Listenverbindung aus der Sozialdemokratischen Partei PSD und der Konservativen Partei PC würde einen Stimmenanteil von 40% erzielen.

Die National-Liberalen PNL, die älteste bürgerliche Partei der Europäischen Union, würde 27% erzielen.

Die postkommunistische Front zur Nationalen Rettung, welche sich gegenwärtig „Demokratisch-Liberale Partei“ PD-L nennt, würde 17% der Stimmen erzielen.

Die Groß-Rumänien Partei findet 9% Zustimmung.

Die Demokratische Union der Ungarn in Rumänien verliert in der Gunst der ungarischen Minderheit und landet bei 3%.

Die Christdemokratische Nationale Bauernpartei PNŢCD erzielt 1%.

Die sozialdemokratische Nationale Union für den Fortschritt Rumänien UNPR bleibt bei konstantem 1%.

Die Christdemokratische Partei PNGCD geführt vom Europarlamentarier Gigi Becali erzielt ebenfalls 1%.

Sonstige Gruppierungen erzielen 1% der Stimmen.

Quelle: PeSurse.ro

Laut dem rumänischen Wahlgesetz müssen alle politischen Parteien 200.000 Unterstützungsunterschriften binnen 14 Tagen aufbringen. Bei dem derzeitigen öffentlichen Hass auf die Regierung dürfte eine Kandidatur der PD-L sowohl an der Unterstützung seitens der eigenen Anhänger, als auch am öffentlichen Widerstand scheitern. Mittlerweise finden Parteiversammlungen im fernen und zugleich sicheren Paris statt.

Folglich würden die vorgezogenen Neuwahlen zwischen der Sozialdemokratischen Partei und der National-Liberalen entschieden werden. Ins Parlament würden sowohl die 18 Vertreter der Minderheiten, als auch die politische Vertreter der Ungarn in Rumänien über die „6 Senatoren+3 Abgeordnete“ Klausel ins Parlament einziehen.

Das rumänische Wahlsystem ist ein Mischsystem aus Mehrheits- und Verhältniswahlrecht. Da sämtliche Stimmen zu einem Koeffizienten addiert werden, erreicht auch der zweitplazierte Kandidat über die Neuverteilung der Stimmen ein Parlamentsmandat.

Der rumänische Sommer Marke 2010 verspricht sehr heiß zu sein. Der Blog „Ordnung der Freiheit“ wird die politische Szene in Rumänien begleiten.

Gabriel Savulescu

GSPublicRelations@2010

Im Schatten der Macht – Update 04/12/09

Wahlkampf-Blog Rumänische Präsidentschaftswahlen

* Stand, 04.12.2009

Präsidentschaftswahlen, 1. Runde

Wahlberechtigte: 18.293.277

Wahlbeteiligung: 9.946.748, 54,37%

Gültige Stimmen: 9.718.840, 97,70%

Ungültige Stimmen: 227.361, 2,28%

Wahlergebnisse

Traian Basescu (Demokratisch-Liberale Partei PD-L) 3.153.640 Stimmen, 32.44%

Mircea Geoana (Sozialdemokratische Partei PSD) 3.027.838 Stimmen, 31.15%

Crin Antonescu (Nationalliberale Partei PNL) 1.945.831 Stimmen, 20.02%

Corneliu Vadim Tudor („Groß-Rumänien“ Partei PRM) 540.380 Stimmen, 5.56%

Kelemen Hunor (Union der Ungarn in Rumänien UDMR) 372.764 Stimmen, 3.83%

Sorin Oprescu (Unabhängig) 309.764 Stimmen, 3.18%

George Becali (Partei der Neuen Generation PNG-CD) 186.390 Stimmen, 1.91%

Remus Cernea (Grüne Partei) 60.539 Stimmen, 0.62%

Constantin Rotaru (Unabhängig) 43.684 Stimmen, 0.44%

Eduard Manole (Unabhängig) 34.189 Stimmen, 0.35%

Ovidiu Iane (Ökologische Partei) 22.515 Stimmen, 0.23%

Constantin Potirca (Unabhängig) 21.306 Stimmen, 0.21%

Die 2. Wahlrunde findet zwischen Basescu und Geoana am 6. Dezember statt.

Am 24. November haben die Nationalliberalen und die politische Vertretung der ungarischen Minderheit in Rumänien UDMR einen politische Pakt betreffend einer möglichen Zusammenarbeit innerhalb einer Koalitionsregierung Klaus Johannis vereinbart. Ferner sollen PNL und UDMR den sozialdemokratischen Kandidaten Mircea Geoana in der Stichwahl gegenüber dem Amtsinhaber Traian Basescu unterstützen.

Ebenfalls am 24. November haben die Parteigremien (Parteivorstand, Parteirat und Delegiertenkonferenz) der Nationalliberalen Partei PNL und der Sozialdemokratischen Partei PSD (Parteivorstand und Nationalen Parteirat) getagt.

Beide Parteigremien haben einstimmig, ohne Enthaltung, sowie ohne Gegenstimme folgender politischen Vereinbarung zugestimmt:

– Mircea Geoana wird nunmehr als gemeinsamer Präsidentschaftskandidat der PSD und der PNL in der Stichwahl von beiden Parteien unterstützt. Crin Antonescu wird nunmehr sich auch persönlich im Geoanas Wahlkampf einsetzen.

– Sowohl die PSD, als auch die PNL werden einer Regierungskoalition angehören, welche von parteilosen Ministerpräsidenten Klaus Johannis angeführt wird. Ebenfalls in der Regierung solle die Demokratische Union der Ungarn in Rumänien UDMR sowie die Konservative Partei PC angehören.

Am 25. November wurder die politische Zusammenarbeit zwischen der PSD und PNL in einer gemeinsamen Pressekonferenz und einer gemeinsamen politischen Deklaration untermauert.

Politische Beobachter rechnen nunmehr damit, dass die politische Krise nach der Stichwahl vom 6. Dezember beendet wird und Rumänien bald vom Trio:  Mircea Geoana (Staatspräsidenten), Klaus Johannis (Ministerpräsident) und Crin Antonescu (PNL-Parteivorsitzende) geführt wird.

Somit wird der fünfjährige rumänisch-rumänischer Bürgerkrieg beendet.

Wahlkampfendspurt – 04.12.09

Der rumänische Präsidentschaftswahlkampf ging am 4 Dezember zu Ende. Es haben sich mittlerweile sämtliche Parteien, von Links bis Rechts, gegen Basescu in der sogenannten Regenbogenkoalition angeschlossen.

Zu der Regenbogenkoalition gehören folgende Parteien an:

Sozialdemokratische Partei PSD, National-Liberale Partei PNL, Demokratische Union der Ungarn in Rumänien UDMR, Demokratisches Forum der Deutschen in Rumänien FDGR, Partei der Roma und Sinti, Sozialistische Allianzpartei PAS, Christdemokratische Nationale Bauern Partei PNTCD, Christdemokratische Partei der Neuen Generation PNG-CD, „Groß-Rumänien“ Partei PRM und die Grüne Partei PV.

Sämtliche Parteien agieren gemeinsam sowohl im Wahlkampf, als auch in der Wahlkomission.

Unterdessen haben sich Nationalisten und rumänische Neofaschisten dem Basescu-Lager angeschlossen. Auf etliche Blogs wird zum „bewaffneten Kampf gegen die demokratischen Feinde“ aufgerufen.

So wird „Rumänien als ein (von den Deutschen und von der EU) besetztes Land beschrieben und zu deren Befreiung, sollen alle Rumänen zu den Waffen greifen“. Basescu wird ohnehin als „unser Kandidat“ gehuldigt.

Der intellektuelle Wortführer der rumänischen „Neuen Rechten“ ist Traian Radu Ungureanu. Der Journalist, der vor 1989 für das Organ der Kommunistischen Studenten schrieb, und gegenwärtig für die Demokratisch-Liberalen Partei PD-L im Europaparlament sitz, hat am Tag am 1. Dezember auf seinem Blog zum „Kampf gegen die Johannis-Bande“ aufgerufen.

Der rechte Nihilist, der gerne unter der Kürzel TRU publiziert, bekämpft die „Machtergreifung der unersättlichen Bande (damit ist Geoana, Antonescu und Johannis gemeint) und rief seinen zahlreichen Anhänger zum Widerstand auf.

Ungureanu hat ohnehin den demokratischen Konsens verlassen, da er offen sich gegen den Vertrag von Lissabon ausgesprochen hatte. Bislang ist TRU politisches Treiben ohne Sanktion innerhalb der EVP-Fraktion geblieben.

Umfragen zufolge liegt Mircea Geoana mit 53% vorne.

Rumänien: Historisch-politische Grundlagen

1. Modernisierungsphase

Rumänien ist eine Spätnation und zugleich ein Projekt westlich-orientierter Eliten. Die erste Modernisierungsphase kann mit der Revolution von 1848 markiert werden. Als Folge des Krim-Krieges und unter Obhut der europäischen Großmächte wurden die Fürstentümer Wallachey und Moldawien 1861 als politische Realunion namens „Fürstentum Rumänien“ proklamiert. 1866 wurde Karl von Hohenzollern-Sigmaringen neues Staatsoberhaupt. 1881 wurde das neue Königreich Rumänien auch vom Berliner Friedenskongress für unabhängig anerkannt. In dieser Zeit entstand ein Zwei-Parteien-System bestehend aus den Nationalliberalen und den historischen Konservativen Partei. 1918 traten die Provinzen Bessarabien und Siebenbürgen dem Altreich bei und bildeten das historische Großrumänien. In dieser Zeit etablierte sich ein Mehrparteiensystem, wobei die Nationalliberalen und die Nationale Bauernpartei PNT abwechselnd die Regierung bildeten.

Der 1. Modernisierungsprozess endete im März 1938 als König Karl II die Königsdiktatur ausrief. 1948 wurde Rumänien eine kommunistische Volksrepublik.

2. Modernisierungsphase

Der Systembruch vom 21. Dezember 1989 schaffte zwar eine formelle Demokratie, jedoch prägten autoritäre Reflexe prägten das Handeln postkommunistischer Eliten. Es entstand ein Mehrparteiensystem bestehend einerseits aus historischen Parteien: Nationalliberalen PNL, Christdemokratischen Bauernpartei PNTCD, Sozialdemokratischen Partei Rumäniens PSDR, andererseits neue Parteien: Front zur Nationalen Rettung FSN, aus der die heutige PD-L und die PSD entstanden. Die Linksnationalisten von der „Groß-Rumänien“ Partei PRM und die orthodoxen Nationalisten von der Christdemokratischen Partei der Neuen Generation PNG-CD ergänzten das politische Spektrum.

Der NATO-Beitritt vom März 2004 und der EU-Beitritt im Januar 2007 markierten die 2. Modernisierungsphase Rumäniens. Nach dem Wahlmarathon von vier Wahlgängen (Europawahl 11/07, Kommunalwahl 06/08, Parlamentswahl 11/08, Europawahl 06/09) hat sich ein Drei-Parteien-System herauskristallisiert, mit drei parlamentarischen Parteien: PNL, PD-L und PSD und drei außerparlamentarischen Parteien, wobei zwei von ihnen im Europarlament vertreten sind: Die PNG-CD und die PRM. Die PNTCD ist nur noch auf kommunaler Ebene vorzufinden.

Präsidentschaftswahlen

Die Präsidentschaftswahlen werden am 22. November 2009 stattfinden. Die Stichwahl folgt am 6. Dezember. 18.347.397 Millionen Wähler im Inland sowie 600.000 Wahlberechtigte im Ausland, werden zu den Urnen gerufen. 8.388.419 Wahlberechtigte haben 12 Präsidentschaftskandidaten mit ihrer Unterschriften unterstützt. Bei den letzten Präsidentschaftswahlen 2004 gab es 18.449.344 Wahlberechtigte. Es ist die erste Wahl nach dem EU-Beitritt 2007. US-Vizepräsident Joe Biden traf sowohl Staatspräsident Basescu, den scheidenden Ministerpräsidenten Boc, sowie die beiden Oppositionsführer Geoana und Antonescu. Biden würdigte der Einsatz Rumäniens im Irak und in Afghanistan und sprach sich für die euro-atlantische Integration der Republik Moldau aus. Biden sprach von der Hoffnung „dass die Präsidentschaftswahlen gewaltfrei und frei von Manipulationen verlaufen werden“. Sozialdemokrat Geoana verfügt aus seiner Zeit als rumänischer Botschafter in Washington, über sehr enge Kontakte in die US-Administration. Antonescus PNL ist über die Liberale Internationale parteipolitisch mit der US-Demokraten verknüpft.

A. Politische Akteure

Folgende Kandidaten haben ihre Unterschriften beim Zentralen Wahlamt BEC eingereicht:

1). Crin Antonescu

Der PNL-Vorsitzende hofft die liberal-konservative Wählerschaft an sich binden zu können. Das liberal-konservative Wählerspektrum wird statistisch auf etwa 37% geschätzt, wobei 18% als PNL-Stammwähler gelten. Zu den Unterstützer Antonescus zählt der ehemalige Staatspräsident Emil Constantinescu und die ehemaligen Ministerpräsidenten Petre Roman und Victor Ciorbea. In den Umfragen liegt Antonescu bei 24% (23.10.2009). Antonescu hat gegenwärtig alle Machtoptionen offen. Er kann Staatspräsident werden und seine PNL in die Regierung einbringen. Er könnte 1.615.556 Sympathisanten für seine Unterschriftenkampagne mobilisieren. Der PNL-Vorsitzende wird auch von einem grossen Teil der rumänischen Zivilgesellschaft unterstützt. Antonescus Wahlkampagne wird auch mittels einer SMS-Spendenkampgne finanziert. Antonescus Wahlkampagne zielt auf enttäuschte Anhänger aus allen politischen Lagern. Antonescu würde im Falle, dass er als Staatspräsident gewählt wird, den amtierenden Klausenburger Bürgermeister Klaus Johannis als Ministerpräsident vorschlagen. Klaus Johannis wurde 2000, 2004 und 2008 als Klausenburger Bürgermeister ins Amt gewählt und wurde im Falle einer Vereidigung als Ministerpräsident eine Regierung aus Technokraten als Minister einberufen. Eine mögliche Regierung Johannis kann sich auf eine parlamentarische Mehrheit von 66% aller Parlamentssitze stützen. Die parlamentarische Regenbogenmehrheit (gemäß der Parteifarben) bestehend aus der Nationalliberalen Partei PNL (blau-gelb), der Sozialdemokratische Partei PSD (rot), der Konservativen Partei PC vormals die Humanistische Partei PUR (himmelblau), der Demokratischen Union der Ungarn in Rumänien UDMR (rot-grün) und der Parlamentsfraktion der 18 nationalen Minderheiten, haben am 13. Oktober 2009 den amtierenden Hermannstädter Bürgermeister Klaus Johannis als gemeinsamen Ministerpräsidentenkandidaten nominiert. Umfragen zufolge geniesst Klaus Johannis politische Sympathiewerte, die kein rumänischer Politiker jemals zuvor besaß. 85% aller Wahlberechtigten würden Klaus Johannis als Ministerpräsident im Amt sehen wollen.

2). Sorin Oprescu

Der amtierende Oberbürgermeister der Hauptstadt Bukarest, Sorin Oprescu, kandidiert als unabhängiger Bewerber. Oprescu positioniert sich eindeutig im linken Lager. Der ehemalige Sozialdemokrat wird von enttäuschten PSD-Anhänger sowie von ehemaligen PSD-Parteifunktionären unterstützt. 400.215 Wahlberechtigte haben seine Kandidatur unterstützt. In den Umfragen wird Oprescu auf 10% geschätzt. Oprescu baut im Schatten seiner Kandidatur eine neue sozialistische Partei links von der PSD auf. Vorsichtshalber haben seine Manager den Brand „Nationale Sozialdemokratische Allianz ANSD“ eingetragen. Seine Stärke liegt in seiner Kämpfernatur. Der praktizierende Arzt geht keinem Konflikt aus dem Weg. Oprescu hat 1998 und 2000 erfolglos als Sozialdemokrat für das Bukarester Oberbürgermeisteramt kandidiert. Zwischen 2000 und Juni 2008 saß Oprescu im Senat. Im April 2008 trennte sich Oprescu von seiner Partei und besiegte in der Stichwahl den viel stärkeren Blaga von der in Bukarest dominierenden PD-L.

3). Gigi Becali

Der Europaparlamentarier ist Vorsitzender de Christdemokratischen Partei der Neuen Generation PNG-CD. 256.646 Sympathisanten haben seine Kandidatur unterstützt. Gigi Becali kandidiert erneut für das höchste Amt. Becali zielt auf enttäuschte Basescu-Anhänger und kann auf eine Stammwählerschaft von 5% aufbauen. Becali hat öffentlich zum „Sturz des Tyrannen“ aufgerufen und sich als möglicher Königsmacher für den 2. Wahlgang ins Spiel gebracht. Becali konnte 256.646 Unterschriften für seine Kandidatur sammeln.

4). Corneliu Vadim Tudor

Der EP-Abgeordnete und Führer der Groß-Rumänienpartei PRM Corneliu Vadim Tudor zählt mittlerweile zum Dauerkandidaten für das höchste Staatsamt. 1996 erzielte Vadin 4,72%. 2000 steigerte sich Vadim auf 28,34% und qualifizierte sich für die Stichwahl, in der 33,17% erzielte. 2004 erzielte Vadim 12,57% und unterstützte als Drittplazierter Basescu gegen den damaligen Kontrahenten Nastase. Seine Anhänger machen 5% der rumänischen Wählerschaft aus. Vadim sammelte 346.510 Unterschriften für seine Kandidatur. Der Volkstribun hofft nunmehr seine Anhänger je nach Ausgang der 1. Wahlrunde, das eigene Ergebnis gewinnbringend auf die rumänischen Politbühne einbringen zu können.

5). Kelemen Hunor

Der Vertreter der Demokratischen Union der Ungarn in Rumänien (UDMR),  Kelemen Hunor, kandidiert zum ersten Mal für das höchste Staatamt. Hunor gilt als politische Hoffnung seiner Partei. Die UDMR hofft mit der Kandidatur Hunors auf eine Regierungsbeteiligung nach der Präsidentschaftswahl. In den Umfragen wird Kelemen Hunor mit 6% taxiert. 256.646 Wähler haben Kelemens Hunor Kandidatur unterstützt. Die Wählerschaft der UDMR wird im zweiten Wahlgang diszipliniert der Wahlempfehlung der Parteileitung folgen.

6). Mircea Geoana

Der Senatspräsident und Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei PSD Mircea Geoana kandidiert nunmehr seit dem 1. Oktober als Oppositionsführer für das höchste Amt im Staate. Sein Handicap ist die Konkurrenz seitens Oprescus, der auch von einem Teil der Partei im Verborgenen mitgetragen wird. Geoana kommt zwar in den Umfragen auf Zustimmungswerten von 24%, aber die Statistik täuscht, ein Teil der eigenen Wählerschaft identifiziert sich mit Sorin Oprescu. Die PSD würde unabhängig vom Wahlausgang in die Regierung zurückkehren. Geoana wird von 2.535.506 Millionen Sympathisanten unterstützt.

7). Traian Basescu

Der amtierende Staatspräsident Basescu kandidiert als Unabhängiger, wird aber politisch und logistisch von der Liberal-Demokratischen Partei PD-L unterstützt. Basescus Kandidatur wurde 1.712.950 Sympathisanten unterstützt.

8). Constantin Rotar, Sozialistische Allianzpartei PAS, 242.606

9).  Ovidiu Cristian Iane, Ökologische Partei Rumäniens PER, 221.757

10). Remus Cernea, Grüne Partei PV, 210.346

11). Potarca Ninel, Unabhängig. 287.378

12). Eduard Manole, Unabhängig, 273.000

B. Wahlkampf

Basescus möchte im bevorstehenden Wahlkampf die sozial-schwachen Wählerschichten an sich binden. In den Umfragen ist der amtierende Staatspräsident von einer Zustimmung in Höhe von 60% (Januar 2009) auf weniger als 30% (Oktober 2009) schlagartig eingebrochen. Mehrere Studien belegen, dass Basescu auch die Stichwahl sowohl gegen Geoana, als auch gegen Antonescu und Oprescu verlieren würde. Seine Niederlage könnte seiner PD-L den politischen Todeskuss geben. Seine politische Hausmacht stammt vom der Demokratischen Partei PD, vormals Front zur Nationalen Rettung FSN, die 2004 von der Sozialistischen Internationale in die EVP transferiert wurde. Eine konservative Partei ist die vormalige sozialdemokratische PD nie richtig geworden. Sie lebt nach wie vor von der Ausstrahlung Basescus. Sollte Basescu die Wahl verlieren, wird er nach dem 22. November zu seiner politischen Heimat zurückkehren und womöglich auf offenen und verdeckten Widerstand stoßen.Die PD-L könnte organisatorisch implodieren und viele Mitstreiter würden sich anderswo eine neue politische Heimat suchen.

Strassenwahlkampf

Der Strassenwahlkampf startete am 23. Oktober. Die sechs Kandidaten werden ihren Wahlkampf gegen den amtierenden Amtsinhaber Basescu ausrichten. Reale Chancen in die 2. Runde einzuziehen, haben lediglich Antonescu und Geoana. Beide werden nach der Wahl auch eine gemeinsame Regierung bilden. Oprescu hat die kommende Kommunalwahl 2012 im Visier. Kelemen Hunor will ebenfalls einer künftigen Regierung angehören. Vadim und Becali kämpfen um ihr politisches Überleben und würden gerne eine Wahlrechtsänderung von der Mehrheits- zur Verhältniswahl bewirken.

Internet-Wahlkampf

Der Wahlkampf läuft im Internet auf Hochtouren.  Social-Comunity Platformen wie Facebook, Flickr, LinkedIn, Twitter, YouTube, sowie die Blog-Community werden von sämtlichen Kandidaten ausgiebig genutzt und im täglichen Diskurs instrumentalisiert. Auch politische Portale und Foren haben Ihr Content dem rumänischen Präsidentschaftswahlkampf angepasst. Relevante Polit-Blogs hierzu sind: „Politico.ro„, „InPolitics.ro“, „Alegeri.tv“, „BusolaPolitica.ro“, „PresedintePentruRomania.ro“. Die politischen Kommentatore sind ebenfalls in der Blog-Welt vorzufinden. Meinungsbildende Blogs: „pesurse.ro“, „DanAndronic.ro“, „sutu.ro“, „badin.ro“, „sroscas.ro“.

Meinungsumfragen

Umfrage vom 07.11.09*

Präsidentschaftswahlen

Traian Basescu 27%

Mircea Geoana 23%

Crin Antonescu 22%

Sorin Oprescu 11%

Corneliu Vadim Tudor 6%

Kelemen Hunor 5%

George Becali 3%

Sonntagsfrage-INSOMNAR (21.10.2009)

PSD/PC 33%

PD-L 32%

PNL 20%

PRM 7%

UDMR 6%

PNG-CD 2%

PNTCD 1%

D. Statistik

Parlamentswahlen 2008

Bei den letzten Parlamentswahlen vom 30. November 2008 wurde wie folgt gewählt:

Demokratisch-Liberale Partei PD-L erzielte 32,36% (115 Abgeordneten), sowie 33,57% (51 Senatoren). Die Demokratisch-Liberale Partei wurde im Februar 1990 als postkommunistische Front zur Nationalen Rettung FSN gegründet und nannte sich 1993 als Demokratische Partei PD um. Im Dezember 2007 erfolgte die heutige Umbenennung. Regierungspartei zwischen 1990-92, 1996-2000, 2004-2007 und 2008-09. Emil Boc führt die PD-L.

Wahlallianz Sozialdemokratische Partei PSD + Konservative Partei PC erzielte 33,09% (114 Abgeordneten) sowie 34,16% (49 Senatoren). Die Sozialdemokratische Partei SPD spaltete sich im April 1992 von der Front zur Nationalen Rettung FSN und gründete sich im gleichen Jahr alsDemokratische Front zur Nationalen Rettung FDSN. 1993 nannte sich dieFDSN als Partei der Sozialen Demokratie PSDR um. 2001 nannte sich diePSDR in der heutigen Namensgebung PSD um. Regierungspartei zwischen 1992-96, 2000-04 und 2008-09. Die Konservative Partei PC wurde im Dezember 1991 als Humanistische Partei PUR gegründet.

Nationalliberale Partei PNL erzielte 18,57% (65 Abgeordneten) sowie 18,74% (28 Senatoren). Die Nationalliberale Partei PNL wurde 1835 als Revolutionsvereinigung „Fratia“ (Dt. Brüderschaft) gegründet. 1862 folgte die Gründung der liberalen Parlamentsfraktion. Am 21.05.1875 folgte die Gründung als politische Partei. Die Partei wurde 1990 wiedergegründet und definiert sich als bürgerliche konservativ-liberale Partei der Mitte. Regierungspartei zwischen 1991-92, 1996-2000 und 2004-08.

Demokratische Union der Ungarn in Rumänien UMDR erzielte 6,17% (22 Mandate (Abgeordnetenhaus) sowie 6,39% (9 Senatoren). Gegründet im Dezember 1989. Die UDMR vereinigt sämtliche politische Strömungen innerhalb der ungarischen Minderheit in Rumänien. Regierungspartei zwischen 1996-2008.

Nationale Minderheiten: Roma 0,63%, 1 Mandat, Deutsche 0,33%, 1 Mandat, Juden 0,32%, 1 Mandat, Tschechen und Slowaken 0,22%, 1 Mandat, Bulgaren 0,22%, 1 Mandat, Armenier 0,20%, 1 Mandat, Makedonier 0,17%, 1 Mandat, Tataren 0,17%, 1 Mandat, Serben 0,15%, 1 Mandat, Ukrainer 0,13%, 1 Mandat, Lipowaner 0,13%, 1 Mandat, Kroaten 0,13%, 1 Mandat, Italiener 0,13%, 1 Mandat, Türken 0,13%, 1 Mandat, Griechen 0,13%, 1 Mandat, Albaner 0,12%, 1 Mandat, Polen 0,11%, 1 Mandat, Ruthenen 0,06%, 1 Mandat. Für die nationalen Minderheiten gilt die Sperrklausel (6 Senatoren + 4 Abgeordneten) nicht.

2). Präsidentschaftswahlen

Präsidentschaftswahlen 1990

Ion Iliescu, Front zur Nationalen Rettung FSN, 85,07% Radu Campeanu, Nationalliberalen Partei PNL, 10,64% Ion Ratiu, Christdemokratische Nationale Bauernpartei PNTCD, 4,29% 2). Präsidentschaftswahlen 1992 1. Runde Ion Iliescu, Demokratische Front zur Nationalen Rettung, 47,34% Emil Constantinescu, Wahlbündnis „Demokratische Konvention Rumäniens“ CDR, 31,24% Gheorghe Funar, Rumänische Nationale Einheitspartei PUNR, 10,88% Caius Traian Dragomir, Front zur Nationalen Rettung FSN, 4,75% Ioan Manzatu, Republikanische Partei PR, 3,05% Mircea Druc, Unabhängig, 2,75% 2. Runde Ion Iliescu, Demokratische Front zur Nationalen Rettung, 61,5% Emil Constantinescu, Demokratische Konvention Rumäniens, 38,57% 3). Präsidentschaftswahlen 1996 1. Runde Ion Iliescu, Partei der Sozialen Demokratie Rumäniens PDSR, 32,25% Emil Constantinescu, Demokratische Konvention Rumäniens CDR, 28,22% Petre Roman, Sozialdemokratische Union USD, 20,54% György Frunda, Demokratische Union der Ungarn in Rumänien UDMR, 6,02% Corneliu Vadim Tudor, Groß-Rumänien Partei PRM, 4,72% Gheorghe Funar, Rumänische Nationale Einheitspartei PUNR, 3,22% Tudor Mohora, Sozialistische Partei PS, 1,27% Nicolae Manolescu, National-Liberale Allianz ANL, 0,71% Adrian Paunescu, Sozialistische Partei der Arbeit PSM, 0,69% Ioan Pop de Popa, Nationale Zentrums Union UNC, 0,47% Gheorghe Muntea, Rumänische Rentner Partei PPR, 0,43% Radu Campeanu, Ökologische National-Liberale Allianz ANLE, 0,35% Nutu Angelina, Unabhängig, 0,34% Constantin Mudava, Unabhängig, 0,31% Constantin Niculescu, Nationale Autofahrerpartei, 0,24% Nicolae Militaru, Unabhängig, 0,22% 2. Runde Emil Constantinescu, Demokratische Konvention Rumäniens, 54,51% Ion Iliescu, Demokratische Front zur Nationalen Rettung, 45, 59% 4).  Präsidentschaftswahlen 2000 Ion Iliescu, Partei der Sozialden Demokratie Rumäniens PDSR, 36,35% Corneliu Vadim Tudor, Groß-Rumänien Partei PRM, 28,34% Theodor Stolojan, Nationalliberale Partei PNL, 11,78% Mugur Isarescu, Unabhängig, 9,54% György Frunda, Demokratische Union der Ungarn UDMR, 6,22% Petre Roman, Demokratische Partei PD, 2,99% Teodor Melescanu, Allianz für Rumänien, ApR 1,91% Eduard Manole, Unabhängig, 1,19% Graziela Barla, Unabhängig, 0,55% Paul Hohenzollern, Partei der Nationalen Wiedergeburt, PRN 0,49% Ion Sasu, Sozialistische Partei der Arbeit, 0,34% Nicolae Cerveni, Rumänische Liberaldemokratische Partei PLDR, 0,29% 2. Runde Ion Iliescu, Partei der Sozialen Demokratie in Rumänien, 66,83% Corneliu Vadim Tudor, Groß-Rumänien Partei, 33,17% 4). Präsidentschaftswahlen 2004 1. Runde Adrian Nastase, Allianz Sozialdemokratische Partei PSD + Konservative Partei PC, 40,97% Traian Basescu, Alianz „Wahrheit und Gerechtigkeit“ PNL+PD, 33,92% Corneliu Vadim Tudor, Groß-Rumänien Partei PRM, 12,57% Marko Bela, Demokratische Union der Ungarn UDMR, 5,10% Gheorghe Ciuhandu, Christdemokratische Nationale Bauernpartei PNTCD, 1,90% Gheorghe Becali, Christdemokratische Partei der Neuen Generation PNG-CD, 1,77% Petre Roman, Demokratische Front FD, 1,35% Gheorghe Dinu, Unabhängig, 1,08% Marin Milut, Volksallianz AP, 0,42% Ovidiu Tudorici, Uniun des Wiederaufbau Rumäniens, 0,36% Aurel Radulescu, Fazit: Die Wahl ist offen.